| Inhalt: | |||
|
Ditte muss ihr gesamtes Leben einen harten Kampf gegen gie gesellschaftlichen Verhältnisse führen: Als uneheliches und von der Mutter verstoßenes Kind wächst sie bei ihren Großeltern in völliger Armut auf. Mit 10 Jahren wird sie von der leiblichen Mutter zurückgefordert, weil diese eine Arbeitskraft braucht, um in der Nachbarschaft prahlen zu können. Nexö wählte für Ditte nicht nur eine rechtlose soziale Ausgangssituation, sondern ließ sie auch die Tochter einer Mörderin werden und einen Schindler als Pflegevater bekommen. Von da an übernimmt Ditte die Mutterrolle für ihre 3 Stiefgeschwister und lernt den Spott der Leute kennen. Im jugendlichen Alter wird sie vom Sohn ihrer Herrin schwanger, doch heiraten will sie ihn keinesfalls. Sie gibt ihr Kind zur Adoption frei und versucht ihr Glück in der Großstadt Kopenhagen. Auch dort widerfährt ihr die gleiche Armut wie auf dem Lande. Sie wird Mutter eines unehelichen Kindes und nimmt 2 fremde Kinder bei sich auf. Mit nur 25 Jahren muss sie einen qualvollen Tod sterben, weil sie sich für ihre Mitmenschen in voller Liebe regelrecht aufopferte - ohne jemals an sich selbst zu denken. Besonders bedrückend wirken dabei die Passagen in denen aufgezeigt wird, dass die Romanheldin sich nur über die Arbeit definieren kann. Es bleibt ihr vergönnt, sich an ganz gewöhnlichen Dingen zu erfreuen, weil sie nie eine Kindheit hatte. Oft wirkt sie wie eine von der Gesellschaft zur Unterdrückung herangezogene Maschine - ohne jegliche Identität und Selbstwertgefühl. Vom ersten Augenblick ihres Lebens wird Ditte durch andere bestimmt und der untersten Gesellschaftsschicht zugeordnet. Sie befindet sich auf der Werteskala des Bürgertums stets ganz unten, am Rande des kriminellen Milieus. Dennoch fesselt sie mit ihrer Lebensgeschichte den Leser der heutigen Zeit und gibt ihm Kraft.
| |||
|
|||
| Persönliche Meinung: | |||
| Ein, trotz streckenweiser Langatmigkeit, sehr bewegender Roman
!
|
|||
| Bewertung: | |||
*** |
|||
| ( * = schlecht / ** = geht so / *** = gut / **** = sehr gut) |